Der Liebste Roland

Da verwandelte sich das Mädchen in eine schöne Blume, die mitten in einer Dornenhecke stand, seinen Liebsten Roland aber in einen Geigenspieler. Nicht lange, so kam die Hexe herangeschritten und sprach zu dem Spielmann „lieber Spielmann, darf ich mir wohl die schöne Blume abbrechen?“ „O ja“, antwortete er, „ich will dazu aufspielen.“ Als sie nun mit Hast in die Hecke kroch und die Blume brechen wollte, denn sie wusste wohl wer die Blume war, so fieng er an aufzuspielen, und, sie mochte wollen oder nicht, sie musste tanzen, denn es war ein Zaubertanz. Je schneller er spielte, desto gewaltigere Sprünge musste sie machen, und die Dornen rissen ihr die Kleider vom Leibe, stachen sie blutig und wund, und da er nicht aufhörte, musste sie so lange tanzen bis sie tot liegen blieb…

Brüder Grimm, Kinder- und Hausmärchen („Der Liebste Roland“)

Illustration von Arthur Rackham
Illustration von Arthur Rackham
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