Maigret und der verstorbene Monsieur Gallet

Jeder Kriminalfall hat sein charakteristisches Merkmal, das einem früher oder später in die Augen springt und das oft den Schlüssel zum Geheimnis darstellt.

War das Charakteristische an dieser Mordaffäre nicht gerade ihre Mittelmäßigkeit?

Mittelmäßigkeit in Saint-Fargeau. Mittelmäßige Villa. Mittelmäßiges, spießiges Mobiliar, mit dem Porträt des Erstkommunikanten an der Wand und dem Bild des Vaters im zu engen Jackett auf dem Klavier.

Mittelmäßigkeit in Sancerre. Billige Sommerfrische. Zweitklassiges Hotel.

Und dieses ganze Grau-in-Grau wurde noch grauer, wenn man sich die übrigen Einzelheiten ins Gedächtnis rief.

Generalvertreter der Firma Niel. Falsches Silber, falscher Luxus, falscher Stil.

Ein Jahrmarkt. Schießbuden. Knallfrösche.

Das ging bis zu Madame Gallets geziertem Getue, ja, bis zu ihrem mit Strass verzierten Hut, der über den staubbedeckten Schulhof gerollt war.

Georges Simenon, „Maigret und der verstorbene Monsieur Gallet“

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