Maigret und Pietr der Lette

Für die famous first words siehe hier

 

…Dennoch hielt er aus, weil er ein unbestimmtes Gefühl hatte, das er noch nicht einmal als Vorahnung hätte bezeichnen können. Es war vielmehr eine seiner Theorien, die er übrigens nie weiterentwickelt hatte und die auch in seiner Vorstellung unscharf blieb. Für sich nannte er sie die Theorie vom Riß.

In jedem Missetäter, in jedem Banditen steckt ein Mensch, aber auch und vor allem ein Spieler, ein Gegner, und auf ihn hat es die Polizei abgesehen, er ist es, den sie im allgemeinen bekämpft.

Wird ein Verbrechen begangen oder irgendein Delikt? Der Kampf gilt den mehr oder weniger objektiven Gegebenheiten. Dem Problem mit einer oder mehreren Unbekannten, das der Verstand zu lösen versucht.

Maigret handelte wie die anderen. Und wie jene bediente er sich ungewöhnlicher Hilfsmittel, die die Bertillon, die Reiss oder Locard in die Hände der Polizei lieferten und die eine Wissenschaft  für sich darstellten.

Aber er suchte, erwartete, belauerte vor allem den Riß. Mit anderen Worten: den Augenblick, in dem hinter dem Spieler der Mensch erscheint…

Georges Simenon, „Maigret und Pietr der Lette“

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