Perfectly banal

I am at war with the obvious.

William Eggleston

William Eggleston, „Untitled, Greenwood, Mississippi“ (1973)

Bis weit in die 70er Jahre hinein fristete die Farbfotografie im Bereich der künstlerischen Fotografie lediglich ein Schattendasein. Den Wendepunkt markiert die erste Einzelausstellung, die das Museum of Modern Art in New York dem damals 37jährigen William Eggleston (* 27. Juli 1939 in Memphis, Tennessee) ausrichtete. Von den Kritikern zunächst noch als meistgehasste Schau des Jahres verschrieen, stellt sie heute einen Meilenstein in der Geschichte der Fotografie dar und begründete Egglestons Ruf als Vater der Farbfotografie, der mit seinen Arbeiten die Farbe endlich als selbstverständliche Wahrnehmungsbedingung etablieren konnte.

Früh hatte er sich schlichten, nicht bildwürdig geltenden Motiven – vergleichbar dem Maler Edward Hopper – zugewandt. Die Abzüge ließ er im kommerziellen Dye-Transfer-Verfahren herstellen, das bis dahin nur für Zeitschriften und Werbeanzeigen benutzt wurde. Ein Beispiel ist das Bild der roten Zimmerdecke Untiteld, Greenwood, Mississippi (1973), das für spätere Fotografen stilprägend wurde. Die Farbgebung wirkt aufgeputscht, der Blickwinkel aus der Froschperspektive unkonventionell, wie ein Schnappschuss. Die Lampe ist nur eine Fassung für eine nackte Glühbirne, zu der der drei weiße Kabel führen – ein irritierendes Detail, das aber zusammen mit den Raumkanten eine ausgewogene Bildkomposition bewirkt. Mit ungewöhnlichen Anordnungen dieser Art und seinem revolutionären Einsatz von Farbe polarisierte William Eggleston die Szene. Perfectly banal, konstatierten nicht nur die Kritiker seinen Bildern, an der damals noch als vulgär empfundenen Farbigkeit wurde auch im Kollegenkreis Anstoß genommen. Ihre für die Entwicklungsgeschichte der künstlerischen Fotografie bahnbrechende Bedeutung ist heute unumstritten.

Quelle: wikipedia

Advertisements

2 Gedanken zu “Perfectly banal

  1. Schon verrückt, welche verschlungenen Wege die Kunstrezeption immer wieder nimmt. Immerhin scheint das Verständnis und die Akzeptanz heutzutage schneller einzutreten als in früheren Epochen.
    „At war with the obvious“ gefällt mir (Dir sicher auch?)

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s